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Nachhaltige Mode – voll im Trend und fair produziert

Kleider machen Leute, aber sie machen auch viele Probleme. Wusstest du zum Beispiel, dass die Textilindustrie einer der größten Umweltverschmutzer ist? Weite Transportwege und giftige Chemikalien beim Färben oder Bleichen sorgen für eine schlechte Umweltbilanz. Wie du dich nachhaltiger kleiden kannst und auf welche Label du achten solltest, erfährst du in diesem Artikel. Und eines vorneweg: Am nachhaltigsten ist es Kleidungsstücke so lange wie möglich zu nutzen – zum Beispiel, indem man Second Hand Klamotten kauft.

Stapel mit verschiednen Kleidungsstücken

Warum ist nachhaltige Kleidung wichtig?

Billige, sogenannte “Fast Fashion” führt dazu, dass wir immer mehr Kleidung in kürzeren Abständen kaufen – das ermöglicht zwar vielen Menschen auf jeden Trend aufzuspringen, aber mindert auch die Wertschätzung gegenüber den einzelnen Kleidungsstücken. Immer mehr Kleidung zu kaufen ist allerdings aus zwei Gründen schlecht. Erstens stellt die Produktion von Textilien eine der größten Umweltbelastungen dar. Und zweitens sind in kaum einer anderen Branche die Arbeitsbedingungen so schlecht wie im Fashion-Bereich. 

Die Textilindustrie ist nach Angaben des Wissenschaftliche Diensts des Europäischen Parlaments (European Parliamentary Research Service; EPRS) für rund 10 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich – das ist mehr als die internationale Luft- und Seeschifffahrt zusammen. Der Europäischen Umweltagentur zufolge verursachten die EU-Bürger*innen im Jahr 2017 einen durchschnittlichen Ausstoß von rund 654 Kilogramm CO2 pro Person durch den Kauf von Textilien.


Kleiderstange mit bunten Klamotten

Wasserverbrauch und Wasserverunreinigung ist ein weiteres großes Problem. Laut Schätzungen des EPRS benötigt die Herstellung eines einzigen T-Shirts 2700 Liter Wasser – diese Menge könnte als Trinkwasser einen Menschen zweieinhalb Jahre lang versorgen. Das Färben und Bedrucken von Kleidungsstücken verursacht schätzungsweise rund 20 % der weltweiten Wasserverschmutzung durch die Verwendung von Chemikalien. 

Beim Waschen von Artikeln mit Synthetikfasern wie Polyester wird zudem Mikroplastik aus der Kleidung gespült und landet schließlich in den Meeren – ganze 0,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Dies macht rund 35 % der jährlichen Freisetzung von primären Mikrokunststoffen in die Umwelt aus. Lies mehr in unserem Artikel über Mikroplastik in Kosmetik.

Wann ist Kleidung nachhaltig?

Zur Beantwortung dieser Frage kommen sehr viele unterschiedliche Aspekte zum Tragen: Material, Anbau- und Verarbeitungsbedingungen der Rohfasern, Qualität und Langlebigkeit etc. Betrachtet man nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit in Bezug auf Arbeitsbedingungen, wird es noch komplizierter. Dazu tragen insbesondere auch die nur schwer nachvollziehbaren weltweiten Lieferketten bei. 


Stoffbänder auf Rollen im Regal

Material

Polyester verhilft einem Kleidungsstück zu Elastizität und wird deshalb sehr häufig zumindest anteilig eingesetzt. Aber auch Naturfasern sind nicht unbedingt und in jeder Hinsicht nachhaltig. Wolle und Seide sind nicht vegan. Die Baumwollpflanze benötigt extrem viel Wasser zum Gedeihen und ist anfällig für Schädlinge, weshalb zur Ertragssteigerung oft Pestizide eingesetzt werden. 

Bio-Baumwolle verringert diese Problematiken durch alternative Anbaumethoden und den Verzicht auf gefährliche Pflanzenschutzmittel. Leider kann Bio-Baumwolle aber nur einen sehr geringen Teil des Gesamtbedarfs decken. 


verschiedene Stoffe und Materialien

Inzwischen etablieren sich jedoch verschiedene alternative Materialien auf dem Markt. Dazu gehören Naturfasern wie Hanf, die durch ihre Robustheit einen wasser- und pestizidreduzierten Anbau ermöglichen. Aber auch Zellulosefasern wie Tencel oder Modal sind auf dem Vormarsch. Sie werden aus Holz gewonnen. Zudem finden vermehrt alternative ökologische Rohstoffe wie Bio-Leinen oder Kork Verwendung in der Textilproduktion.

Die Marke Econyl hingegen beschreibt ein Nylon aus Recyclingmaterial, das sich der Marke zufolge unendlich wiederverwerten lässt. Das Problem des Mikroplastiks besteht allerdings auch hier.


Qualität und Langlebigkeit

Vielschichtige Faktoren beeinflussen also die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit eines Bekleidungsartikels. Das macht die Wahl für Konsument*innen nicht leichter. Es gibt aber ein entscheidendes Kriterium, von dem du dich beim Kauf deines Outfits leiten lassen solltest: Langlebigkeit. 

Ein T-Shirt wird nur durchschnittlich 4 Mal getragen, bevor es entsorgt wird. Dass das nicht nachhaltig sein kann, versteht sich von selbst. Am nachhaltigsten ist Kleidung, die gar nicht erst produziert werden muss. Deshalb solltest du beim Kauf auf Qualität achten und deine Stücke lange tragen.


Dafür lohnt es sich auch, etwas mehr Geld zu investieren. Unter dem Strich sparst du mit qualitativ hochwertiger Kleidung. Und wenn doch mal die günstigen Angebote der großen Fast Fashion Labels locken, hilft dieser Gedanke: Wer zahlt den Preis für meine günstigen Jeans? Denn billige Mode ist nicht tatsächlich günstig, wir sparen nur auf Kosten anderer – zum Beispiel der Näherinnen in Niedriglohnländern.

Die Langlebigkeit bezieht sich nicht nur auf Material und Qualität, sondern auch auf das Design. Mittlerweile bringen Modeketten wie H&M bis zu 19 Kollektionen pro Jahr heraus – das bedeutet absolute Wegwerfmode. Wählst du hingegen zeitlose, gut kombinierbare Basics, benötigst du insgesamt weniger Kleidung. 


Frau sitzt vor Kartons mit aussortierten Klamotten

Das heißt aber natürlich nicht, dass du dich langweilig kleiden musst. Oft sortieren wir Kleidung auch aus, weil wir uns Abwechslung im Kleiderschrank wünschen. Der Wunsch nach dem ein oder anderen ausgefallenen Teil ist nachvollziehbar – und lässt sich sehr gut über Second-Hand Mode erfüllen. Dort wirst du sicherlich auch besonders individuelle Stücke finden. Also lieber ein cooles Second-Hand Teil, an dem du lange Freude hast, als billige Fast Fashion, die nach ein paar Mal Tragen und Waschen im Müll landet.

Lang lebe dein T-Shirt bis du kleckerst? Kein Problem– in unserem Artikel über die häufigsten Flecken und wie du sie entfernen kannst, findest du Tipps, damit ein hartnäckiger Fleck nicht das Aus für dein Outfit bedeutet.


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Woran erkenne ich nachhaltige Mode?

Es existieren verschiedene Siegel und Zertifizierungen für nachhaltige Mode. Zudem gibt es Online-Plattformen wie Avocadostore, die über ihren Shop nur nachhaltige Marken vertreiben und dafür 10 eigene Kriterien aufgestellt haben. Zu diesen gehören zum Beispiel die Attribute „haltbar“, „vegan“, „recycelt & recyclebar“ oder „ressourcenschonend“.

Im Folgenden stellen wir dir 4 wichtige Textilsiegel kurz vor:

  • Das GOTS-Siegel 

    Das Siegel Global Organic Textile Standard gilt als Mindeststandard für Naturtextilien. Es garantiert, dass es sich bei 95 % der eingesetzten Fasern um Naturfasern handelt. Davon müssen wiederum 70 % aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft oder Tierhaltung stammen. Zudem ist der Großteil schädlicher Chemikalien verboten. 

    Es verlangt auch ein Mindestmaß in der Erfüllung sozialer Kriterien und Arbeitsbedingungen. So untersagt es Kinder- oder Zwangsarbeit und steht für Arbeitsschutz und Mindestlöhne in der Verarbeitung. Bei everdrop sind auch einige Produkte mit dem GOTS-Siegel zertifiziert. Auf unserer Zertifikate Seite erfährst du mehr darüber.

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  • Das IVN-Siegel

    Strenger, aber auch weniger verbreitet, ist das Siegel Naturtextil Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft. Es legt fest, dass die produzierten Textilien aus 100% zertifiziert ökologischen Naturfasern bestehen müssen. Der Einsatz von Chemikalien ist restriktiv geregelt. 

    Auch im sozialen Bereich geht es über die Vorgaben des GOTS hinaus und garantiert die Einhaltung der Kernarbeitsnormen sowie existenzsichernde Löhne für die an Anbau und Verarbeitung der Rohstoffe Beteiligten. 

  • Fair Wear Foundation

    Die niederländische Stiftung Fair Wear Foundation (FWF) verfolgt das Ziel, die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilindustrie zu verbessern. Sie zählt ca. 80 Unternehmen, die insgesamt etwa 120 Marken vertreten. Kritik an der FWF besteht darin, dass die Mitglieder die festgelegten Standards noch nicht zwingend erreicht haben, sondern lediglich darauf hinarbeiten müssen. 

  • Der Grüne Knopf

    Dieses Siegel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist insofern einzigartig, als dass es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und auch die einzelnen Produktionsschritte in der Herstellung von Kleidung berücksichtigt. Es wird nicht nur das Produkt im Hinblick auf sowohl ökologische als auch soziale Standards bewertet, sondern auch das Unternehmen als Ganzes. Allerdings erfasst derzeit auch diese Initiative noch nicht die gesamte Lieferkette.

ARMEDANGELS

  • Kleidung aus Bio- oder recycelten Materialien

  • Unternehmen GOTS- & Fairtrade-zertifiziert

  • Mitglied der FWF


Bleed

  • Vegane Damen- und Herrenbekleidung aus Bio-Baumwolle, Hanf, Tencel, Kork und recyceltem Polyester

  • Faire Produktion in Europa und Asien

LOVJOI

  • Kleidung aus Bio-Baumwolle und ökologischen Materialien

  • Von Hand verarbeitet

  • Faire Produktion in Deutschland


MANOMAMA

  • Kleidung aus Bio-Baumwolle, Bio-Schurwolle, Hanf, Öko-Viskose und Bio-Leder

  • Materialien u.a. IVN-zertifiziert

  • Faire Produktion in Deutschland

Wijld

  • Kleidung aus Holzfasern

  • Faire Produktion in Portugal

Wunder[werk]

  • Kleidung aus natürlichen und Bio-Materialien

  • Produktion überwiegend in Europa

  • Mitglied bei IVN und GOTS

Yoga Vibez

  • Vegane Yoga-Fashion

  • Bio-Baumwolle

  • u.a. Mitglied bei der FWF

Autorenprofil

Nina Jeske
Nina Jeske
Ninas Spezialgebiete als freiberufliche Texterin sind sowohl Nachhaltigkeit als auch Eventmarketing in all seinen Branchen und Facetten. Besonders gern verknüpft sie auch diese beiden Aspekte und schreibt über Themen aus dem Bereich nachhaltiges Eventmanagement.