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Offener Brief an die ZEIT-Redaktion, das freie Redaktionsbüro “Let’s Flip”und die Autor:Innen

 

Betreff: Richtigstellung // ZEIT Online Artikel “Die Aufschäumer” vom Freitag, 26.3.2021

Online gestellt am 29.3.2021

Unter dem Titel „Die Aufschäumer“, findet sich auf ZEIT online ein Porträt über unser Unternehmen, das einem Verriss gleicht und rufschädigende Aussagen beinhaltet. Wir sind traurig, irritiert und verwundert über die Arbeit des Redaktionsbüros "Lets Flip". Neben der schwerwiegenden, falschen Behauptung „Benzol im Tab“ (u.a. hochgiftig und krebserregend), ist dieser Text hochgradig tendenziös und reißerisch geschrieben, wie man es, unserer Meinung nach, nicht von einer seriösen Publikation wie der ZEIT, die für einen professionellen, sauberen und ausgewogenen Journalismus steht, erwarten würde. Der Artikel zeichnet mit Lücken in der Recherche, falschen und/oder unvollständigen Behauptungen und Zitaten sowie einer stets spürbar grundlegenden Negativität, ein komplett falsches Bild von unserem Unternehmen. Nach unserem Verständnis gehört es zur journalistischen Sorgfaltspflicht, dass – auch wenn ein Sachverhalt kritisch beleuchtet und sogar ein öffentlicher Vorwurf erhoben wird – die Grundsätze der Fairness und Ausgewogenheit gewahrt werden. Diese wurden hier vernachlässigt. Die positiven Aspekte unserer Produkte und unseres Unternehmens wurden schlicht weggelassen. Ich bitte Sie deshalb, unsere Seite zu hören – im Folgenden in einzelne Statements gefasst: 

 

1) Im Artikel steht: "Benzol im Tab" – Fakt ist: Unsere Tabs enthalten kein Benzol!

Unsere Tabs enthalten keinerlei Benzol! Zur Richtigstellung: Im Farbstoff unseres Küchenreinigers ist in geringer Menge ein Teilstoff C10-13 Alkyl-Benzene-Derivate enthalten. Das ist chemisch ein völlig anderer Stoff als das benannte Benzol und in seinen Eigenschaften, und vor allem in der Toxizität, auch nicht vergleichbar. Benzol ist hochgiftig und krebserregend. Das gilt in keiner Weise für das C10-13 Alkyl-Benzene-Derivate. Der hier verwendete Farbstoff hat auch keinerlei Gefahreneinstufung! Zudem ist C10-13 Alkyl-Benzene-Derivate auch nur als Nebenbestandteil des Farbstoffes in extrem kleiner Menge enthalten. Um genau zu sein: 0,0004%. Und das auch nur in einem der drei Reiniger - dem Küchenreiniger. Bestandteile in entsprechend geringer Menge von Teilstoffen werden im Markt häufig einfach nicht aufgeführt. Wir dagegen führen sie aus transparenz Gründen dennoch auf. Faktisch ist dies aber kein Benzol und hat auch nichts mit dessen krebserregenden oder giftigen Eigenschaften zu tun. Diese Darstellung zu unseren Tabs ist also schlichtweg falsch und extrem rufschädigend. Wir wurden auch zu keinem Zeitpunkt von dem Redaktionsbüro mit dieser Behauptung konfrontiert.

 

2) Erdöl im Tab? Der im Artikel erwähnte Teilstoff des Farbstoffes ist mit 0,0004% in einem der drei Tabs vorhanden. Aber die Tenside all unserer Tabs basieren auf zertifizierten, nachwachsenden Rohstoffen.

Durch die Berichterstattung wird der Eindruck erweckt, dass unsere Tabs auf Erdöl basieren. Die Tenside in unseren Tabs bestehen rein auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Im Küchenreiniger gibt es im Farbstoff den oben genannten Teilstoff C10-13 Alkyl-Benzene-Derivate, der auf Erdölbasis hergestellt wird. Dieser ist, wie bereits geschrieben, in einer extrem kleinen Menge von <0,0004% enthalten und dies auch nur bei 1 von 3 Putzmittel-Tabs. Ist es in diesem Sachverhalt fair, den Eindruck zu erwecken, dass die Tabs generell Erdöl enthielten? Wir behaupten nicht einmal das Gegenteil, sondern lediglich, dass unsere Tenside pflanzlichen Ursprungs sind. Aber „Tabs enthalten Erdöl” passt offenbar besser zur gesamten Story(line), die sich unter dem griffigen Titel „Die Aufschäumer” wie ein Verriss über uns liest.

 

3) Im Artikel steht das Zitat: "Wir halten uns für High Performer" - Dieses Zitat ist verkürzt und aus dem Kontext gerissen!

In dem Artikel wird ein stark verkürztes (!), und aus dem Kontext gerissenes, Zitat aus dem Gründerszene-Podcast zitiert. Korrekt zitiert hätte es zu heißen: „Wir halten uns alle drei für High Performer, nicht in dem Sinne, dass wir die Schlausten und Besten sind. Wir arbeiten wirklich gerne und wirklich leidenschaftlich und wir wollten diese Energie für etwas sinnvolles einsetzen“.  Das radikale Verkürzen kommt einer Verfälschung gleich, die wir bisher nur von Boulevardmedien kannten. Wir bitten hier um Richtigstellung.

 

4) Im Artikel steht: "In der Verpackung findet sich Mikroplastik." - Fakt ist: Keine unserer Verpackungen enthält Plastik oder Mikroplastik.

In den zwei Gesprächen mit dem Redaktionsbüro sind wir sehr offen und transparent mit Fehlern aus der Vergangenheit umgegangen, um zu zeigen, wie viel Aufwand wir betreiben, um die Produkte kontinuierlich zu prüfen und zu verbessern. Wir haben uns seit Tag 1 bei der Verpackung unserer Tabs für Papier entschieden. Ja, es stimmt, leider haben wir später festgestellt, dass der Hersteller unserer ersten Papier-Verpackung in einer Wasserdispersion am Papier einen geringen Anteil Acrylat integriert hatte. Sprich, es haben sich durch diese Wasserdispersion an der Papier-Außenseite extrem geringe Mengen an Mikroplastik befunden. Dies haben wir sofort transparent auf Instagram kommuniziert und geändert. Seitdem besteht unsere Verpackung zu 100% aus Altpapier. Die Tabs sind natürlich frei von Mikroplastik.

Im Artikel wird hingegen mit der im Präsens formulierten Behauptung „In der Verpackung findet sich Mikroplastik“ der Eindruck erweckt, dass dies immer noch der Fall sei. Dass dieser offen eingeräumte Fehler beseitigt wurde, wird nicht erwähnt - und auch nicht, dass Irrtümer dieser Art zu jenen gängigen Anfangs-Stolpersteinen zählen, mit denen viele Unternehmen ringen, die sich größtmöglicher Nachhaltigkeit verschrieben haben.

Im Handel sind wir gerade mit einer echten Weltneuheit im Bereich Verpackung zu finden. Und zwar mit einem Papier mit biobasierter Wasserdampf-Barriere aus Ernte-Abfällen. Zusätzlich sind unsere Tabs im Bio-Handel bereits Ecocert zertifiziert. Das ist nur einer der vielen Prozesse und Errungenschaften, mit denen wir stets versuchen, die nachhaltigste Lösung zu finden. Ebenso dürfen wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass everdrop, im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern, keine schwer recycelbaren Verbundstoffe oder Plastik verwendet. Auch dieser sehr positive Aspekt bei der Verpackung wurde kommuniziert und findet keinerlei Berücksichtigung.

 

5) Im Artikel steht: “Geld für Einfluss” - Eine moralische Verurteilung von Influencer Marketing

Wenn man eine Idee hat, die ökologisch sinnvoller als der aktuelle Standard ist, dann sollte das Anlass genug sein, dieses nachhaltige Konzept erfolgreich zu machen. Warum ist es für jedes andere Unternehmen in Ordnung, im TV, Print und auf Plakaten zu werben, aber für ein nachhaltiges Unternehmen nicht mit Influencer:innen? Man bekommt den Eindruck, es wird ein moralisches Gefälle geschaffen, in welchem man mit Influencer-Marketing, wirtschaftlichen Zielen und Investoren nicht mehr das Recht hat, ehrliche und nachhaltige Intentionen zu verfolgen. Dabei braucht die Welt dringend Unternehmer, die alte Strukturen aufrütteln. Nur, wenn wir den breiten Teil der Bevölkerung zum Umdenken bewegen können, können wir einen Wandel herbeiführen. Und dafür braucht es Politik, Konsumenten und Unternehmer gleichermaßen.

 

6) Im Artikel steht das Zitat: "I hob die erfunden" - Fakt ist, die Tabs gab es schon länger

Der Biobaula-Gründer wird mit dem Zitat „I hob di erfunden“ so inszeniert, als habe er die Tabs erfunden – und wir hätten die Idee von ihm geklaut. Wir haben nie behauptet, die Tabs erfunden zu haben. Dass bereits mehrere Firmen auch schon vor Biobaula (vor allem in den USA), mit einem ähnlichen Produkt und Prinzip am Markt waren, wird nicht erwähnt. Der Zusatz im Artikel: "Zumindest in Deutschland bringt er die Tabs tatsächlich als Erster auf den Markt.“ - deutet ja darauf hin, das den Autoren durchaus bewusst war, dass es bereits andere internationale Firmen mit diesem Prinzip gab. Aber der Story den Anstrich zu verleihen, man hätte von Biobaula kopiert, war offenbar nützlicher für die Geschichte.

 

7) Dass wir große Mengen an Plastikmüll vermeiden, bekommt so gut wie keinen Raum

So wird zwar in einem Satz erwähnt, dass unsere Produkte Plastikmüll vermeiden, dies aber direkt wieder relativiert. Es findet sich in dem Artikel auch kein Hinweis darauf, dass die Verpackungen unserer Produkte sogar völlig frei von Plastik und Mikroplastik sind und anstatt aus den herkömmlichen (nur schwer wieder zu verwertenden) Verbundstoffen, aus recyclebarem Altpapier bestehen. Dass wir für die Möglichkeit des Recyclings des Altpapiers und die Möglichkeit zu kompostieren, extrem hohe Kosten auf uns nehmen, wird leider auch nicht erwähnt. Auch, dass wir bislang schon die Produktion und Entsorgung von knapp 3 Mio. Einweg-Plastikflaschen verhindern konnten, hat leider keine Berücksichtigung in dem Beitrag gefunden.

 

8) Erste Zertifizierungen vorhanden. Weitere bereits im Prozess / in Planung.

Schlichtweg unvollständig wird auf unser Qualitätsmanagement sowie unseren Umgang mit Umwelt-Zertifikaten Bezug genommen. In dem Artikel wird der Eindruck erweckt, dass unsere Produkte mit System kaum zertifiziert und geprüft sind. So wird verschwiegen, dass wir unsere Produkte regelmäßig von akkreditierten Laboren hinsichtlich verschiedener Kriterien (wie bspw. dem Vorhandensein von Mikroplastik oder Keimbildung) überprüfen lassen und das sehr wohl Zertifizierungsverfahren für unsere Produkte geplant, oder schon angelaufen sind. Ja richtig, unsere Tabs im Onlineshop haben wir noch nicht zertifiziert, da wir diese gerade noch weiterentwickeln und den Prozess erst mit der neuen Rezeptur starten können. Auch das hatten wir transparent mitgeteilt. Im Allgemeinen liegen teilweise auch schon Zertifikate vor, bei denen die Produktveröffentlichung noch bevorsteht. Auch bei unseren Rohstoffen greifen wir vornehmlich auf zertifizierte Produkte zurück, wie z.B. RSPO-zertifizierte Tenside. Beides wird ebenfalls nicht erwähnt.

 

9) Fakt ist: Unsere Tabs sind nach OECD-Verfahren leicht biologisch abbaubar.

Macht uns die Tatsache, dass die Inhaltsstoffe leicht biologisch abbaubar sind, auch bio? Vor diesem Hintergrund ist die Aussage aus dem Artikel „Besonders bio sind die Tabs also nicht“ schwer zu greifen und dient einzig und allein dazu, Unsicherheit zu schüren. Während wir selbst also, um den inflationär entwerteten und an Schwammigkeit nicht zu überbietenden Begriff „bio“, einen Bogen machen, wird er von den Autor:Innen mit Sorglosigkeit und ohne jegliche Definition verwendet. Besonders bedauern wir, dass in dem Artikel besonders innovative Aspekte der Nachhaltigkeit unseres Unternehmens gar nicht erwähnt werden und stattdessen nach den Themen Inhaltsstoffe und Verpackungsmaterialien „ein Punkt“ gesetzt wird. Sind wir perfekt? Sicherlich nicht. Aber wir sind transparent mit unseren Fehlern und versuchen kontinuierlich die nachhaltigste Lösungen zu finden. Wir betreten den Markt teilweise mit ganz neuartigen Ideen, wie bspw. dem innovativen Verpackungspapier und haben dadurch einen kompletten Verzicht auf Verpackungsfolien. Des Weiteren haben wir eine vom Wohnort abhängige - und durch unseren Wasserhärte-Rechner auf die örtliche Wasserqualität angepasste, individuelle Rezeptur für Waschmittel, mit der wir bis zur Hälfte der anfallenden Tenside vermeiden können. Auch unsere ehrgeizige sowie erfolgreiche CO2-Strategie wird leider nicht erwähnt. Alle diese Themen wurden ausdrücklich mit den Autoren erörtert – und dann im Artikel selbst komplett vernachlässigt.

 

10) Wir sind nicht perfekt!

Wir behaupten an keiner Stelle, dass wir schon alles perfekt machen. Im Gegenteil. Wir sind mit unseren Fehlern und offenen Flanken stets sehr transparent gegenüber dem Redaktionsbüro, sowie unseren Kunden umgegangen. Wir brauchen Kritik und Feedback, um unsere Produkte besser und nachhaltiger zu machen. Nur so können wir etwas verändern. Wir haben die Journalisten eindringlich aufgefordert, gerne kritisch über uns zu berichten, aber dabei die positiven Aspekte unserer Mission nicht zu vernachlässigen. Trotz unseres Appells, ist offensichtlich die journalistische Sorgfaltspflicht auf der Strecke geblieben.

 

Die Folgen des Artikels 

Wir erhalten Kommentare und Nachrichten von verärgerten Menschen, die sich von uns „verarscht" fühlen, die glauben wir hätten die Idee geklaut, würden giftige und krebserregende Komponenten im Putzmittel verarbeiten und dabei so gar nichts für die Umwelt tun. Ein Magazin vom Burda Verlag, das mit uns ein Interview geführt hatte, hat am Tag des Erscheinens des Artikels das Interview mit uns von ihrer Seite entfernt. Vermutlich um sich zu distanzieren. Wie wir Gründer als Personen öffentlich denunziert werden, ist genau das Gegenteil von drei Vätern, die ihre alten Karrieren an den Nagel gehangen haben, um Plastik und Chemie den Kampf anzusagen. Geschäftspartner fragen besorgt “ist das wirklich wahr” … “wenn Benzol im Tab ist müssen wir unsere Zusammenarbeit sofort beenden” … um nur ein paar der besorgten Stimmen zu nennen.

 

Was wir erwarten

Die ZEIT ist eines der wichtigsten Leitmedien Deutschlands. Den Schaden durch den Artikel können wir nicht mehr zurückdrehen, trotzdem wollen wir gehört werden. Die Tatsache, dass die Journalisten in ihrer Recherche das Haar in der Suppe suchen wollten, anstatt eine informative und ausgewogene Story zu schreiben, lässt uns vermuten, dass es eher um eine möglichst reißerische Geschichte ging. Dies gilt insbesondere, weil wir alle oben genannten, für uns positiven Tatsachen, den Journalisten schriftlich mitgeteilt hatten. Ob wir uns allerdings Falschbehauptungen über unsere Produkte gefallen lassen müssen, steht auf einem anderen Blatt. Wir bitten Sie, diese Tatsachen in den Artikel mit aufzunehmen. Dabei wehren wir uns ausdrücklich nicht gegen die geäußerte Kritik. Wir erwarten lediglich eine sachliche, und auf korrekten Tatsachen basierende, Auseinandersetzung mit unseren Produkten und unserem Unternehmen.